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Die Geschichte des Schwarzen TheatersImagination im LichtkorridorZweiter TeilDie Gruppe, die ihren Namen von ihrer schwarzen, aus Samt bestehenden Arbeitskleidung ableitet, emigrierte 1968 aus der Tschechoslowakei, danach reisten sie zwei Jahre von einer Stätte des Showbusiness zur nächsten: Zürich, Mailand, Paris, In Wiesbaden ließ sich das Ensemble dann 1970 nieder.
Zunächst ernähren sich Bedrich Hanys und Dana Bufkova mit der Herstellung von Trickfilmen für die ARD und das ZDF. Bekannt
geworden sind ihre Plastilinfiguren aus der Sendung "Rappelkiste". Die Werkstätten des Wiesbadener Staatstheaters halfen
Die VELVETS verließen 1984 dann die Städtischen Bühnen Mainz und seitdem machten sie sich als freie Theatergruppe international einen Namen. In dieser Zeit entstanden weitere Werke im unverwechselbaren Stil der VELVETS: "Zauberlehrling", "Pinocchio", "Schneewittchen", "Hoffmanns Erzählungen", "Die Zauberflöte" "Rusalka" und "Der Sturm". In allen ihren Inszenierungen blieben die beiden Künstler ihrem "schwarzen Kabinett" treu. So einfach dieses Prinzip erscheint, so schwierig - aber auch so reizvoll - ist es, mit seiner Hilfe scheinbar Unmögliches möglich zu machen: Figuren scheinbar schwerelos durch den Raum gleiten zu lassen" die Welt der Dinge zu beleben. Ein paar Mal haben die VELVETS in öffentlichen Veranstaltungen ihre Kunst demonstriert, das Geheimnis, das sie umgibt, ein wenig gelüftet. Da wurde offenkundig, wie viel Geschick. Ideenreichtum und auch Akrobatik vonnöten sind, um eine plausible Handlungsabfolge lebendig werden zu lassen. Viel wichtiger noch war bei jenem Blick in die schwarzen Kulissen die Erkenntnis, dass dieses "bezaubernde" Spiel nicht Selbstzweck bleiben kann und darf. Die Velvets jedenfalls verfolgen - bei ihren bisherigen Produktionen war das deutlich zu spüren - ein sehr viel anspruchsvolleres Ziel: Im Zusammenwirken von Mensch und Ding, in dem Raum und Zeit auf handlichen Format komprimiert erscheint, Wahrheiten auszudrücken, die sich mit den Mitteln konventionellen Theaters kaum oder nur sehr schwer auf der Bühne darstellen lassen.
Hier sehen sie auch die Möglichkeiten einer Weiterentwicklung und Bereicherung ihrer Kunst. Die Zuschauer, gleich welchen Lebensalters, sollten sich vom Schwarzen Theater bezaubern lassen. Dies darf freilich nicht als Aufforderung zur Flucht vor den Problemen des Alltags in eine illusionäre Weit missverstanden werden. Das zauberhafte Zusammenwirken der Farben, Formen und Figuren soll es dem Betrachter vielmehr ermöglichen, aus der märchenhaften Distanz die menschliche Komödie klarer zu durchschauen.
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